In den meisten europäischen Ländern hilft das System der Fahrverbotspunkte, Unfälle zu reduzieren und die Fahrer disziplinierter zu machen. Erfahren Sie, wie Fahrverbotspunkte in Frankreich, Deutschland, Italien und Polen funktionieren, welche Verstöße zum Verlust von Rechten führen und wie sich dies auf die Versicherung auswirkt
Die Ukraine bereitet die Einführung eines Punktesystems für Verkehrsverstöße vor. Dieses System ist in den meisten EU-Ländern seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz. Hauptziel ist es, die Straßen sicherer zu machen, die Zahl der Unfälle zu reduzieren und Autofahrer zu einem regelkonformen Verhalten zu motivieren.
Wie genau das Punktesystem in Europa funktioniert, wie viele Verstöße erlaubt sind, ohne die Fahrerlaubnis zu verlieren, und was vom ukrainischen Modell zu erwarten ist – all das erfahren Sie in diesem Artikel.
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Wie funktioniert das Punktesystem für Autofahrer in Europa?
Das europäische System basiert auf einem einfachen Prinzip: Jeder Regelverstoß hat einen bestimmten „Wert“ in Punkten, die abgezogen oder angesammelt werden. Überschreitet ein Fahrer die festgelegte Punktzahl, verliert er automatisch die Fahrerlaubnis.
Dieser Ansatz macht das System transparent und fair – Entscheidungen werden automatisch getroffen, ohne menschlichen Einfluss, und die Fahrer kennen die Konsequenzen ihres Handelns.
Allerdings ist das Punktesystem nicht in der gesamten EU einheitlich und variiert von Land zu Land.
Frankreich
Das französische Punktesystem für Verkehrsverstöße besteht seit 1992 und gilt als eines der effektivsten in der EU. Jeder Fahrer beginnt mit 12 Punkten, die für jeden Verstoß schrittweise abgezogen werden. Sinkt der Punktestand auf null, wird der Führerschein entzogen und der Fahrer muss die Prüfung erneut ablegen.
Die Anzahl der abgezogenen Punkte hängt von den Verstößen ab:
- Telefonieren am Steuer: -2 Punkte;
- Fahren ohne Sicherheitsgurt: -3 Punkte;
- Geschwindigkeitsüberschreitung: 3 bis 11 Punkte, je nach Schwere des Verstoßes.
Für Fahranfänger mit weniger als einem Jahr Fahrpraxis ist die Grenze niedriger: nur 6 Punkte. Der Verlust aller Punkte führt zum automatischen Entzug der Fahrerlaubnis.
Dieses System hat seine Wirksamkeit bereits unter Beweis gestellt: In den ersten Jahren seines Bestehens sank die Unfallrate auf französischen Straßen um fast 20 %.
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Deutschland
In Deutschland hingegen werden Punkte gesammelt. Alle Verstöße werden im Bundesregister in Flensburg erfasst. Die Höchstgrenze liegt bei 8 Punkten. Nach Erreichen dieser Punktzahl verliert der Fahrer die Fahrerlaubnis. Die Punktevergabe erfolgt wie folgt:
- 1 Punkt – für schwere Ordnungswidrigkeiten (z. B. Geschwindigkeitsüberschreitung über 21 km/h oder Telefonieren am Steuer);
- 2 Punkte – für besonders gefährliches Verhalten (Rotlichtverstoß, Missachtung des Sicherheitsabstands, Geschwindigkeitsüberschreitung über 31 km/h);
- 3 Punkte – für Straftaten, insbesondere Fahren unter Alkoholeinfluss oder Fahrerflucht.
Das deutsche Punktesystem kombiniert Strafpunkte mit Geldstrafen und ist dadurch noch effektiver. Fahrer mit vielen Punkten können zudem höhere Kfz-Versicherungsbeiträge zahlen.
Mehr über die Höhe der Bußgelder und die Anzahl der Punkte für Verkehrsverstöße in Deutschland erfahren Sie in diesem Artikel.
Italien
Italien führte 2003 ein Punktesystem ein, das eine Besonderheit aufweist: Fahrer können nicht nur Punkte verlieren, sondern auch sammeln.
Der Punktestand beträgt 20 Punkte, die bei Verstößen abgezogen werden. Wer zwei Jahre lang keine Strafen erhält, wird vom Staat mit 10 Bonuspunkten belohnt.
Die Höhe des Punktabzugs richtet sich nach der Schwere des Verstoßes:
- 1 Punkt Abzug bei falscher Lichtnutzung;
- 5 Punkte Abzug bei Rotlichtverstoß;
- 10 Punkte Abzug bei Fahren unter Alkoholeinfluss;
- 15 Punkte Abzug bei gefährlichen Fahrmanövern oder überhöhter Geschwindigkeit auf einem längeren Streckenabschnitt.
Wer alle Punkte verliert, muss die Fahrprüfung wiederholen und erhält ein vorübergehendes Fahrverbot. Dieses System bestraft nicht nur, sondern motiviert Fahrer auch zu sicherem Fahrverhalten.
Polen
Polen ist eines der Länder, dessen Erfahrungen von ukrainischen Reformern häufig analysiert werden. Dort gilt ein flexibles System: Die Grenze liegt bei 24 Punkten für erfahrene Fahrer und 20 für Fahranfänger. Wird diese Grenze überschritten, wird der Führerschein entzogen, und die erneute Erlangung muss beantragt werden.
Eine Besonderheit des polnischen Systems ist die automatische Löschung der Punkte 12 Monate nach dem Verstoß, sofern die Grenze nicht überschritten wird. Dadurch können Fahrer ihre Punktehistorie „bereinigen“, wenn sie sich weiterhin an die Regeln halten.
Typische Verstöße und die entsprechende Punktzahl:
+15 Punkte – für eine Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 50 km/h oder einen Unfall mit Personenschaden;
+10 Punkte – für eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 31–40 km/h;
+4 Punkte – für eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 21–25 km/h.
Die Anzahl der in Polen gesammelten Punkte wirkt sich sogar auf die Versicherungsprämie aus: Fahrer mit vielen Verstößen zahlen höhere Beiträge.
Was verbindet die europäischen Modelle zur Erfassung von Punkten für Verkehrsverstöße?
Trotz unterschiedlicher Ansätze gibt es in den europäischen Ländern gemeinsame Prinzipien:
- Transparenz und Automatisierung: Das System erfasst Verstöße automatisch und reduziert so die Manipulationsmöglichkeiten.
- Klare Regeln: Fahrer wissen genau, welche Handlungen zum Verlust von Punkten und Rechten führen.
- Ausgewogenes Verhältnis zwischen Strafe und Anreiz: In den meisten Ländern können Punkte „zurückgezahlt“ oder Prämien für tadelloses Fahren erhalten werden.
- Auswirkungen auf die Versicherung: Die Bußgeldhistorie wird Teil des Fahrerprofils und beeinflusst die Versicherungsprämie.
Dadurch sind Punktesysteme nicht nur ein Instrument der Bestrafung, sondern auch ein Mechanismus zur Förderung einer verantwortungsvollen Fahrkultur geworden.
Die europäische Erfahrung zeigt: Punkte sind keine harte Strafe, sondern ein Weg, eine neue Verkehrskultur zu formen. Wenn jeder Fahrer die Konsequenzen seines Handelns versteht und sieht, dass das System fair funktioniert, steigen Vertrauen und Disziplin im Straßenverkehr.
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Foto – Freepik
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